Das trunkene Schiff

In Vermissung des Nachtlebens und einer gerade stattfindenden Wiederannäherung an das selbige, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig Texte aus der 2017 erschienenen und so gut wie vergriffenen Veröffentlichung „Nutzloses Gesindel – Geschichten aus dem King Size“. Den Auftakt macht Philosoph und Katastrophenforscher Udo Tietz mit seinem Text vom trunkenen Schiff. Must read!

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Epiphanie der Venus

„Die anderen Männer beobachten ihn. Sie harren auf sein Versagen bei der hübschen Frau. Er spürt ihre Blicke wie Pfeile in den Knien, wer sich jetzt nicht aufplustert, hat die Evolution nicht verstanden! Also plustert er sich auf und will sie mit irgendwas beeindrucken, was sie nicht mal akustisch versteht. Dafür müsste sie sich zu ihm vorbeugen.“ Auch die Autorin Sophie von Maltzahn zählte zu den Gästen der legendären Berliner Bar.

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Dicht an dicht

„Der immer gut­gelaunte Sunnyboy, bei dem keiner weiß war er eigentlich macht. Vielleicht Model. Oder Muse. Praktikantin bei einer Agentur oder Azubi bei einer Firma für Production Design. Hier sind sie in all ihren Variationen präsent. Die up­coming und die etablierte Prominenz, die Kaputten und die Unkaputtbaren, die Blender und jene, die leuchten.“

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King Size III.

„Ihr langes Bein ist in die Luft gestreckt. Sie trägt Netzstrümpfe und eine Art Bikini. Die Schuhe sind aus Lack, die Fingernägel sichtbar künstlich und die Haare so blond, dass sie durch die dicken Rauchschwaden glitzern. Sie sind sehr lang. Ihr Bein ist über die Schulter eines Mannes gestreckt, er umarmt ihren Po und guckt sie bewundernd an. Ich kenne ihn, er wollte mich mal heiraten.“ Auch Julia Schramm war Gast im legendären King Size. In ihrem 2017 erschienen Text „King Size III.“ erzählt sie davon.