„Die unheimliche Frau im Spiegel werde ich mir so lange anschauen, bis ich weiß, wer sie ist.“ – „15 Minuten Ruhm“, das literarische Debut von Eden Woldu

Eden Woldu nimmt in ihrem literarischen Debut „15 Minuten Ruhm“ mit Anfang vierzig Pandemie und Lockdown zum Anlass, um sich, ihr Leben, ihre Rollen als Mutter und Ehefrau und ihren Alltag in Berlin zu hinterfragen. Dabei entdeckt sie nicht nur eine eigene Sprache, sondern auch ein neues Selbst.

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28.9.22 Aminé animiert

Das Klangbild im Rap ist düsterer geworden. Zumindest die im Mainstream zu findende Musik erscheint mir weniger beschwingt und melancholischer, als noch Anfang der 2000er. Aber evtl bin ich auch ein Alter Mann geworden, der behauptet, früher war alles besser…Lange Rede, garkein Sinn: es gibt sie noch, die Rapper mit dem etwas lebensbejahenderen Klangbild. Amine ist einer von ihnen.

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Eins für Gott. Eine Feststellung von Philipp Schiemann

Gott ist ein ungünstiges Wort, weil es so biblisch, so veraltet klingt, wie »nicht von dieser Welt«, völlig abstrakt. Ein ganz heikles Thema, ohne Frage. Was mir persönlich dabei widerfuhr, war eine durch und durch irdische Sache. Das ist jetzt, wie gesagt, ganz subjektiv und der Versuch der Erklärung wird sicherlich scheitern. Dennoch: Eins für Gott.

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Epiphanie der Venus. Eine Geschichte von Sophie von Maltzahn

„Die anderen Männer beobachten ihn. Sie harren auf sein Versagen bei der hübschen Frau. Er spürt ihre Blicke wie Pfeile in den Knien, wer sich jetzt nicht aufplustert, hat die Evolution nicht verstanden! Also plustert er sich auf und will sie mit irgendwas beeindrucken, was sie nicht mal akustisch versteht. Dafür müsste sie sich zu ihm vorbeugen.“ Auch die Autorin Sophie von Maltzahn zählte zu den Gästen der legendären Berliner Bar.

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28.8.22 Unholy SAINT JHN

Man kann getrost sagen, dass SAINT JHN eine nicht ganz typische Karriere hingelegt hat. Allein schon, dass sein größer Durchbruch auf einem Remix eines seiner Tracks beruht, ist recht extravagant. Sowieso dürfte er einer der Musiker sein, dessen Machwerk man kennt, ohne dem Namen dahinter gewahr zu sein.

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21.8.22 Gibbt euch Freddie Gibbs!

Ich möchte mit dem Statement meiner eigentlich nicht sonderlich rap-affinen Begleitung während Freddie Gibbs letzter Berlin-Show 2019 eröffnen: „Krass….das ist ja son richtiges Rap-Konzert…voll Geil!“ Nachdem ja bereits seit geraumer Zeit die Diskussion brennt, ob der derzeitig herrschende Sound überhaupt noch als Rap bezeichnet werden darf, stellt sich die Frage bei Freddie Gibbs einfach nicht!

Das trunkene Schiff

In Vermissung des Nachtlebens und einer gerade stattfindenden Wiederannäherung an das selbige, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig Texte aus der 2017 erschienenen und so gut wie vergriffenen Veröffentlichung „Nutzloses Gesindel – Geschichten aus dem King Size“. Den Auftakt macht Philosoph und Katastrophenforscher Udo Tietz mit seinem Text vom trunkenen Schiff. Must read!

Krawalle, Liebe und Genies

Letzte Woche traf ich beim Konzert der Rockgruppe Gewalt die beiden Grether-Schwestern Sandra und Kerstin, die mir diesen großen Flyer bzw. dieses kleine Plakat zusteckten, das ich heute, ordentlich zusammengefaltet, in der Innentasche der Jacke wiederfand, die ich an diesem Abend im Lido getragen hatte.

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10.6.22 She’s a hot BBYMUTHA

Lasst uns mal über Multi-Tasking reden: ich für meinen Teil bin ja schon mit laufen und atmen überfordert. Sowieso liegt die Belastbarkeit vieler eher im unteren Bereich. BBYMUTHA hingegen betreibt nicht nur eine Apotheke und zieht zwei Zwillingspaare groß, ganz nebenbei baut sie sich auch noch eine Rap-Karriere auf!

Castingallee

„Das Buch ist ein Blick auf eine glänzende Oberfläche der Stadt, die es so nicht mehr gibt“, schrieb das Berliner TiP über diesen Fotoband des in Berlin lebenden Fotografen Matthias David. Um etwas tiefer einsteigen zu können, hier das Nachwort von Niels Ruf, mit dem zusammen Matthias den Podcast „Sodom und Corona“ hostet.

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Dicht an dicht

„Der immer gut­gelaunte Sunnyboy, bei dem keiner weiß war er eigentlich macht. Vielleicht Model. Oder Muse. Praktikantin bei einer Agentur oder Azubi bei einer Firma für Production Design. Hier sind sie in all ihren Variationen präsent. Die up­coming und die etablierte Prominenz, die Kaputten und die Unkaputtbaren, die Blender und jene, die leuchten.“

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King Size III.

„Ihr langes Bein ist in die Luft gestreckt. Sie trägt Netzstrümpfe und eine Art Bikini. Die Schuhe sind aus Lack, die Fingernägel sichtbar künstlich und die Haare so blond, dass sie durch die dicken Rauchschwaden glitzern. Sie sind sehr lang. Ihr Bein ist über die Schulter eines Mannes gestreckt, er umarmt ihren Po und guckt sie bewundernd an. Ich kenne ihn, er wollte mich mal heiraten.“ Auch Julia Schramm war Gast im legendären King Size. In ihrem 2017 erschienen Text „King Size III.“ erzählt sie davon.

Stein und Kugel. Ein Text von Tymon Bugla

Es gibt Leute, die sich für Steine interessieren. Ich habe mal mit einem Geologen ein paar Gläschen Wodka getrunken. Ich tippe in die Suchmaschine alle Einzelheiten ein, die mir an dem Stein auffallen und da steht es: Kalkstein. Und mit ein wenig Gewische finde ich meinen. Es ist ein im Jura entstandener Kalkstein. Ich tippe Jura-Kalkstein in die Suchmaschine.

Caro Katz

WENN ICH UNS. EIN TEXT VON CARO KATZ

Wenn ich uns ordnen will, dann schlage ich die Metallschnalle mit den Fingern links zurück und öffne deinen Schrank. Darin ordne ich alles, was hervorquillt wie ein aufgehender Teig. Ich will meine Hände drin versenken, möchte kneten und reißen, möchte SPÜREN. Die Gegenseite und durch sie, mich. Du bist das Gefühl, das mir deine Sachen geben.