Kummeraugen. Ein Text von Caro Katz

Schön, dass du da bist, denke ich und lasse meinen Blick langsam seitlich über deine Konturen gleiten. Ich fühle mich leer. In mir drängt es alles aufzusaugen, jede winzige Kostbarkeit. Das sich unmittelbar in meiner Nähe befindende Gesicht mit allem, was darauf zu sehen möglich ist; die verlorenen roten Äderchen inmitten des schier endlosen Weiß der Augen. Oder der feine Flaum auf den Ohrmuscheln. Der Boden, auf dem wir eng in Decken gewickelt liegen ist hart und nicht unbequem.

Netzwerkstatus disconnected. Ein Text von Julia Knaß

Weinen ist für Lisa wie atmen, aber sie vergisst manchmal, zu essen und sie vergisst manchmal auch Sex, zb für fünf Jahre. Ihre Bedürfnisse schwanken über ihre Gefühle wie über eine morsche Hängebrücke bei Regenwetter. Alles verrutscht andauernd in ihr, alles verfällt und bevor sie es schafft, angemessen zu reagieren, und zb auszuweichen oder sich festzuhalten, befindet sie sich erneut im freien Fall. GAME OVER. REPEAT.