„Manchmal hat einer versehentlich noch Socken an“

Jeden Monat treffen wir in Berlin zwei Menschen, die sich gemeinsam durch den Großstadtdschungel leben und lieben, fotografieren sie in ihrem Zuhause und stellen ihnen ein paar Fragen. Im Januar sind das Sie (35) aus Lichtenberg und Er (49) aus Treptow. Mit 50 Shades of Grey hat das nicht so viel zu tun. Mit Fäshänweek auch nicht. Manchmal ist es einfach nur die Normalität, die wir suchen.

 

dbb:  Wo, wann und wie habt Ihr Euch kennen- und lieben gelernt?

SIE: In der Schwelle7, Jahr 2011. Er hatte Zehenschuhe an und ich habe zum Guten Abend meine Zehenspitzen auf seine gestellt. Das Lieben kam mit der Zeit, mit den Seilen und einer ganzen Menge Abenteuer, die wir gemeinsam gemeistert haben.

ER: Wir haben uns in der Schwelle7 bei einer Vollmondparty kennen gelernt, wirklich lieben gelernt dann in den folgenden Monaten, wir haben uns viel Zeit gelassen.

dbb: Wollt ihr zusammen alt werden und wenn ja, ist Berlin die richtige Stadt dafür?

ER: Ich bin schon steinalt, wenn sie bei mir bleibt, ist Berlin wohl die richtige Stadt dafür.

SIE: Fürs „Alt werden“ wünsche ich mir schon einen mutigen und vertrauten Begleiter. Er ist herzlich eingeladen, das zu probieren – mal sehen, wie weit wir kommen.Ob in Berlin oder sonstwo ist, glaube ich, nicht entscheidend. Dennoch wünschen wir beide uns viel mehr Sonne und frische Luft, vielleicht finden wir dafür noch einen besseren Ort.

dbb: Wer hat beim Sex die Hosen an?

SIE: Wir teilen die Hosen oftmals, würde ich sagen. Statistisch können wir das allerdings nicht belegen. Manchmal hat einer versehentlich noch Socken an 😉

ER: Das kommt darauf an, ob sie fand, dass es Zeit fürs Kleid war.

dbb: Was ist für Euch Berlins romantischste Ecke bzw. wo findet man in Berlin Romantik?

ER: Berlin ist eigentlich viel mehr eckig als romantisch, an jedem Ort, wo sie stehen bleibt und mich küsst, endet Berlin für einen Moment und wir finden Romantik.

SIE: Sommerliche Romantik erleben wir öfter in der malerischen Gegend am Wittenbergplatz, wo sich unsere Mittagspausen kreuzen. Und ich würde mit ihm nochmal gern eine romantische Minute in einem gewissen Club-Keller (Gegend Wriezener Bahnhof) verbringen. Dort lümmelten wir schonmal zusammen auf dem Sofa, leider war ich noch etwas schwer von Begriff, was die Herzensdinge angeht.

dbb: Lebt ihr Eure Beziehung monogam?

SIE: Die Zweisamkeit mit ihm mag ich schon erstaunlich lange erstaunlich gern – auch unsere polyamorösen Freunde staunen da manchmal. Ich finde, wir haben großes Glück mit der Körpernähe, das ist für mich ein wertvoller Schatz. Womöglich finden wir auch alsbald mal eine passende Begleitung/Begleiterin für gemeinsame Erkundungen.

ER: Monopolygonam, ja 🙂

 

 

 

Fragen/Fotos: Monika Wehlers

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