Taubentreten. Eine Geschichte von Jonathan Löffelbein

An einem etwas zu warmen Februarmorgen, um 11 Uhr 24, ereignete es sich, dass H. begann, gut über 300 Tauben zu treten. Natürlich fragten sich die umstehenden Leute auf dem belebten und weitläufigen Marktplatz, was das zu bedeuten hatte. Warum da diese Person auf dem Marktplatz stand und mal sehr gezielt, geradezu bedacht, dann einfach nur wütend und trampelnd und stampfend Tauben zu treten suchte.

Kummeraugen. Ein Text von Caro Katz

Schön, dass du da bist, denke ich und lasse meinen Blick langsam seitlich über deine Konturen gleiten. Ich fühle mich leer. In mir drängt es alles aufzusaugen, jede winzige Kostbarkeit. Das sich unmittelbar in meiner Nähe befindende Gesicht mit allem, was darauf zu sehen möglich ist; die verlorenen roten Äderchen inmitten des schier endlosen Weiß der Augen. Oder der feine Flaum auf den Ohrmuscheln. Der Boden, auf dem wir eng in Decken gewickelt liegen ist hart und nicht unbequem.