„Darf ich unsere Begegnung einfach komplett ausschlachten?“

Im Mittelpunkt von Anri Hennies Erzählung “Bodies of Water”, die am 02.05.2022 in unserer neuen Reihe Eins erscheint, steht die Fluidität von Körpern, Beziehungen, der Umwelt, die Fluidität all dessen, was Identität stiftet. Gegenwart und Vergangenheiten vermischen sich im stakkatoartigen Stream of Consciousness aus Erinnerungen, Vorahnungen und der Vergegenwärtigung der eigenen wie fremdbestimmten Durchlässigkeit.

Du warst längst außer Sichtweite, ich holte mein Handy aus der Tasche, Flugmodus, du auf dem Homescreen. Ich ging in die Gallery und hielt Ausschau nach anderen Bildern, auf denen du nicht zu sehen warst. Natürlich fand ich keins, lol.

Sich in der Spiegelung von Gewässern betrachtend und Halt suchend, durchbricht das erzählende Ich in “Bodies of Water” identifikatorische Oberflächen, lässt sich vom Strom der Zeit in ein tieferes Verständnis des Eigenen mitreißen und kämpft mit den Echos der Vergangenheit.

Aus einem plötzlichen Impuls heraus tippte ich das Wort Darkroom ins Chat-Suchfeld ein, es tauchte sechsunddreißig Mal auf, innerhalb einer Zeitspanne von zweieinhalb Wochen. Eins könnte meinen, wir hätten einen Darkroom-Besuch geplant, was wir aber nicht taten. Es war nur eine Fantasie, die umzusetzen wahrscheinlich einfach nur enttäuschend gewesen wäre, weshalb wir ganz viele unserer Vorhaben einfach gar nicht erst realisierten. Wir gestalteten sie aus, bis sie uninteressant wurden, es gab immer eine neue Idee, die wir nicht umsetzten, das war ja das Spannende: den Awesomenessgrad unserer Szenarien einfach gar nicht überprüfen zu können, keinen blauen Haken dran pinnen zu können, für immer unverified, der Darkroom: ein Running Gag.

„Bodies of Water“ von Anri Hennies erscheint am 22. Mai 2022

Anri Hennies schreibt Geschichten, zeichnet Comics, designt Interfaces und Poster und kreiert haunting Melodien mit analogen Keyboards. Anri Hennies ist transmaskulin und lebt seit 2008 in Berlin.

„Bodies of Water“ bei uns im Shop.

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