Trettmann & Haiyti – Ich Komm Aus Dem Club Nicht Raus-Tour

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Hamburch meets Leipzsch: Haiyti und Trettmann. Ronja Räubertochter und Stefan, the Judge. Die Reinkarnation Bob Marleys, zumindest nach Geburtsdatum, und die Crack-Queen, zumindest nach ihren Lyrics. Der Eine gilt schon als Urgestein, die Andere noch als Newcomerin. Die Trap-Queen und der based Adriano Celentano. Beide sind, speziell zum Ende des letzten Jahres, in aller Munde, nun gehen sie erstmals auf Tour. Gemeinsam. Macht Sinn.

Haiyti hat das geschafft, was Schwesta Ewa nur mit ihrem harte-Kiezbraut-und-ExNutte-Image geschafft hat: ernst genommen werden. Also musikalisch. Als eine der wenigen Frauen und mit starker Durchschlagskraft ist sie eine der wichtigsten neuen Stimmen im deutschen Hip-Hop. Wobei man hier präzisieren sollte: im Trap-Kosmos.

Keiner klingt so dringlich, keiner hat mehr Underground-Hymnen, keiner eine so distinkte Ästhetik wie die Rapperin aus Hamburg. Spätestens seit ihrem unverschämt hittigen Mixtape „City Tarif“ und der schmerzhaft düsteren „Toxic“-EP hat die gesamte Szene Schnappatmung. Das #1-Branchenblatt JUICE packte sie aufs Cover. Haftbefehl und LGoony fragten nach Features. Die ZEIT erkannte in ihr „Falco, der klingt wie Nina Hagen“ und befand knapp: „Eine Pop-Revolution bahnt sich an.“. Das HipHop mittlerweile Pop ist, mag man zwar traurig finden, aber Statistik ist nunmal Statistik. Selbst Rainald Grebe stellt das in seiner Show fest.

Trettmann, auf den ich vor gefühlten 1000Jahren das erste mal stieß und ob seines sächsischen Dancehall-Dialekts zunächst belächelte, ist die größte musikalische Überraschung, oder besser zu sagen: Wiedergeburt, der Saison 2016. Mit seinen drei „KitschKrieg“-EPs (produziert vom gleichnamigen Produzentenkollektiv aus Berlin) legte er eine atemberaubende Wandlung vom Dancehall-Boss zum Post-Alles-Crooner hin. Sein melodischer Flow, seine Wortwahl, seine Fähigkeit, den Sound von hier und heute mit der Energie der Soundsystem-Kultur und einem universellen Popappeal zu verbinden – all das ist neu und einzigartig in der deutschen Musiklandschaft. Und die macht Auge. Zuletzt arbeitete Trettmann mit so unterschiedlichen Künstlern wie Bonez MC & Raf Camora, Megaloh, Samy Deluxe, Ufo361 – und natürlich Haiyti. In der Hoffnung kein gefährliches Halbwissen zu verbreiten, standen die Beiden bereits Ende letztes Jahres im Zuge der Kitschkrieg-Nacht im Prince Charles erstmalig gemeinsam auf der Bühne. Nun schon das Lido. Ist schon ein Quantensprung!

Auf ihrer Tour werden die Beiden von Joey Bargeld, der bereits auf Haiytis heimlichem Welthit „Zeitboy“ zu hören war und für 2017 Großes in der Pipeline hat, unterstützt.

Drei Künstler. Drei Shows. Ihr kommt aus dem Club nicht raus…Tour… Yeah. Holt das Codein raus. Aber nüscht verschütten!

19.2., Haiyti & Trettmann, Lido, 20Uhr

Alle nötigen Infos  & Tickets findet ihr hier und da

(YB)

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