Oddisee & Good Compny

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Oddisee ist ein perfektes Beispiel dafür, dass deepe Lyrics nicht immer ein besinnliches Gesamtklangbild mit sich bringen müssen. Soll heißen: seine Texte mögen lyrisch jenseits des Pussy-Money-Weed-Kosmos liegen, seine Tracks klingen dennoch oft „feierbar„. Sein treibender Flow unterstützt das natürlich maßgeblich. Speziell für seine Live-Auftritte ist dies durchaus dienlich, denn Lyrics bei Live-Auftritten sind ja so eine Sache. Speziell bei Rap. Da müssen schon sehr gute Rapper mit sehr guten Tontechnikern fusionieren, damit derjenige, der den Text nicht im Vorhinein kannte, diesen durchgehend versteht. Das Gretchen hat oft nicht nur gute Tontechniker,sondern seit kurzem auch ein neues Soundsystem…man darf also zuversichtlich sein!

Wenn Oddisee nun also behauptet, er sei politisch, weil er aus (Washington) DC stammt und das Thema den Zöglingen dieser Stadt im Blute liegt, dann versteht man das Live nicht immer. Im Gegensatz zu manch anderen Conscious-Rappern steht das Publikum nämlich ohnehin nicht nur andächtig da und lauscht. Ich wage auch zu behaupten, das ist auch nicht Oddisee´s Intention. Es scheint vielmehr,als ob er sich der Tatsache bewusst ist, dass ein Konzert auch immer eine Party ist. Für den Genuß der Lyrics gibts ja die heimische Anlage. Was man in jedem Fall hören kann ist, dass seine Tracks und sein Flow sehr vielseitig sind. Meine Begleitung auf einem früheren Konzert kritisierte das als fehlenden eigenen Style. Ich bleibe bei vielseitig. Das kommt auch nicht von irgendwoher, sagt er doch selbst: „Bevor es Hip-Hop ist, ist es Musik.”!

Erste Kontakte zur Musik bekommt Oddisee durch seine Eltern. Sein sudanesischer Vater und seine afroamerikanischen Mutter legten mit Funk und Gospel die Basis für seinen souligen Stil. Der HipHop Einfluss folgte aus dem Kontakt zu seinen Cousins. Trotz seiner ausgefeilten Texte, begann er sein Schaffen jedoch als Beat-Produzent. Die Mischung musste noch ein paar Jahre reifen und Voila, da war er fertig: Beatproduzent und Rapper Oddisee.

Auch, wenn er dem Mainstream eher weniger ein Begriff ist, untätig war Oddisee sicherlich nicht. 2002 erreicht er erstmals als Producer eine breitere Masse mit dem Track „Music Lounge“ auf Jazzy Jeffs Album „Magnificent“. 2006 veröffentlicht er seine erste EP „Foot In The Door“. Der Name ist passend. Den Fuß nahm er nie wieder aus der Tür heraus, nein, der trat sogar ein.  Zwei Jahre später gelingt ihm ein Deal mit der Mello Music Group, bei der er diverse Platten released. Oddisee’s Odd Spring Mixtape gehörte 2010 zur Liste der von der Washington Post gekürten „Best Local Hip-Hop mixtapes“. Bei der Mello Music Group wurde aus dem Produzenten der Rapper. Passenderweise gründet er in dieser Zeit eine Crew namens Diamond District. 2012 erscheint das Album „People Hear What They See“ und erweitert seinen Hörer-Radius. Die Resonanz auf das Album wird in Form einer Auszeichnungen deutlich, so wurde es von iTunes UK zum „Rap/HipHop Album Of The Year“ gekürt. 2015 das nunmehr 10. Album „The Good Fight“  und jetzt, knappe 2 Jahre später, „The Iceberg“…nun, nach 11 Alben darf man sich ruhig als Berg in der Brandung sehen!

Nicht nur wir befinden uns auf einem Oddisee-Konzert in guter Gesellschaft, auch er ist mit Good Compny unterwegs…Wortspiel…erstklassig…wie Oddisee-Konzerte!

15.3., Oddisee & Good Compny, Gretchen, 19 Uhr

Infos und Tickets findet ihr hier, da und dort

(YB)

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