(King) Kool Savas!

Kool Savas

Ich weiß, ich weiß, das „King“ ist nicht mehr Bestandteil seines Namens. Aber wieso eigentlich? Entgegen vieler, die diesen Titel leichtfertig für sich proklamieren, hat er ihn sich verdient! Kool Savas ist die deutsche Rap-Ikone seines Fachs: was die Fanta 4 für Freunde des Gute-Laune-Raps sind, ist Savas für Freunde des Berliner-Battle-Raps. Sein Name passt zum Genre und ist/war Programm: Krieg. Das wiederum passt zum Titel seines neuesten Albums „Märtyrer“.

Savas´ Karriere hier darzulegen würde einfach zu lang dauern. Allein aufzuzählen, wie viele Alben, Mixtapes, Collabos etc er veröffentlicht hat, würde den Rahmen sprengen. Also halten wir uns an die Hardfacts. Wirklich relevant war für mich persönlich vor allem sein Einstieg in die HipHop-Szene. Die ganz frühe als Juks mit „Basic Elements“ hab ich gar nicht mitbekommen. Bei mir ging es erst mit MOR los. Und natürlich mit „King of Rap“. Das Ding ist heute noch ein absolutes Brett. Aber auch das Berlin No.1-Tape und die „Westberlin Maskulin“-Tapes mit Taktloss. Und „LMS“…und „Pimplegionär“…und „schwule Rapper“….und „Neongelb“…und sowieso einfach ALLES…Alles, was damals erschien war neuer, härter, lustiger als alles, was ich bis dahin kannte. Bis dahin gab es, stark reduziert, nur Fanta 4, Beginner und Ami-Rap.

2001 kam dann das erste Album von MOR. Das trug den Namen „NLP“ und war angelehnt an das damals von Emile Ratelband propagierte Neuro-Linguistische Programmieren. Der hats nicht erfunden, wurde aber damals zum vielerorts belächelten Aushängeschild. Die Record-Release-Party fand im „Silver Wings“ statt und das Publikum war im Vergleich zu heute noch recht überschaubar, wenn auch schon wesentlich größer als zu Tape-Zeiten. Neben Singles bzw. EP´s, wie „Haus und Boot“ und so mancher Top-Singles, wie „Das Urteil“, folgten diverse Alben- alle gut, trotzdem war eine Veränderung des Sounds und des Flows eindeutig spürbar. Vor allem das Kollabo-Album „one“ mit Azad markierte in dieser Hinsicht einen Meilenstein. Leider gefiel mir persönlich diese Entwicklung zunächst nicht allzusehr. Vor allem mit dem Aufkommen seines Labels Optik Records und Moe Mitchell ging das Ganze in eine ziemlich R´n´B-lastige Richtung. Künstler entwickeln sich nunmal. Den Fans muss es nicht zwangsläufig gefallen. Ich fands kacke und hab mich zur Strafe erstmal auf Savas-Entzug begeben. Nicht, dass mir aus der Zeit gar nichts gefiel. „Rapfilm“ isn Brecher! Aber das meiste war mir zu seicht.

Doch nun, eventuell hing es ihm ja selbst zum Hals raus, ein von ihm so bezeichnetes reines Rap-Album. Back to the Roots. Ich hab es bis heute noch nicht komplett gehört, aber das was ich hörte, traf vollstens meinen Gusto. Umso gespannter bin ich auf das Konzert. Denn Live, das muss man mal erwähnen, hat er es trotz doch recht massiver Gewichtszunahme noch voll drauf. Method Man ist nicht die einzige Iron Lung. Das letzte Mal sah ich ihn auf der Easy Does it-Party. Dort gab er nur alte Tracks zum Besten. Mit Jack Orsen als Support. Sowas gibt’s wohl nie wieder. Once in a lifetime und so… Dafür gibt’s jetzt Märtyrer. Es kann die alte Zeit nicht ersetzen oder zurückholen. Aber wieder ein Stück lebendiger machen.

Wer jetzt schon total abkotzt, weil er Savas auch gern mal Live erleben würde, aber weiß, dass das Konzert bereits ausverkauft ist, dem bleibt jetzt die Kotze im Hals hängen und er kann sie wieder genüsslich runterschlucken: wir verlosen noch 1×2 Tickets für das Berlin-Konzert. Dazu müsst ihr mir nur Savas ehemaliges Sprüher-Pseudonym an j.gube@downbyberlin.de schicken oder hier als Kommentar dalassen. Wer sich selbst in die erste Reihe der Auswahl katapultieren möchte, schickt mir noch eine Skizze mit Savas –Bezug und/oder dem gesuchten Sprühernamen ein. Viel Glück!

7.3., Kool Savas, Columbiahalle

Die Infos zum Konzert findet ihr hier

(YB)

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