Hof-Theater: PENTHESILEA, MEDEA und der Mann in der Badewanne @ Gretchen

Es gitb wieder Hof-Theater im Gretchen zu bestaunen! Nachdem 2017 in einer Adaption des „Kaufmann von Venedig“ Shylock auf eindrucksvolle Weise von Porzia ausgepeitscht wurde, dass alle Termine inklusive der aufgrund der hohen Nachfrage anberaumten Zusatztermine ausverkauft waren(!), widmete sich das Folgejahr-Theater Richard III. Dieses Jahr ist nun PENTHESILEA, MEDEA und der Mann in der Badewanne an der Reihe.

Die Mischung macht’s – mischen sich aber Kleists „Penthesilea“ und Euripides‘ „Medea“ wird’s brisant. Zwei der exzentrischsten Frauengestalten treffen diesen Sommer in der Regie von Burkhard Schmiester in Gretchens Hoftheater aufeinander.

Die eine (Medea) – verletzt, verraten, betrogen und als Asylantin missachtet und geschmäht – tötet voller Rachsucht ihre Widersacher, aber auch, um den sie betrügenden Ehemann zu strafen, die gemeinsamen Kinder. Die andere (Penthesilea) – blond und schön – zieht in eine Schlacht, in der sie sich ihren Liebsten unterwerfen und erobern will, Achill.

In diesen Kampf mischt sich – die wilde Mixtur aus Kleist und Euripides aufschäumend – genüsslich ein Mann ein, der sich eine schöne, starke, toughe, aber auch liebenswerte und sich so nachgiebig wie hingebungsvoll zeigende Frau erträumt. Penthesilea heißt seine Sehnsucht. In ihren Niederlagen gegen Achill blüht er auf, mit Medea aber melden sich seine Ängste vor dem Verlust.

Kleists Drama von der Amazonenkönigin ist zunächst ein Stoff in Dur, aus dem Männerträume sind – unterlegt von Medeas Moll-Ton der Enttäuschungen. Der Mann aber, den Hybris und Geltungssucht in die Badewanne legten, scheitert letztlich, die beide Frauen – Medea hat ihr „Me too“ dazu gegeben und Penthesilea einen hemmungslosen Willen – entziehen sich seinen Manipulationsversuchen. Der in der Badewanne nun peinlich verloren Wirkende erkennt, dass die Frauen sich ihm entzogen haben. In deren Kraftfeld, gespeist aus Rache und Freiheit, erwächst ein Furor, der hemmungslos jede konkurrierende Kraft verzehrt und zwischen küssen und beißen nicht mehr unterscheiden kann: „Küsse und Bisse – das reimt sich“ sinniert Penthesilea.

Burkhard Schmiester kam als Regieassistent und Dramaturg vom Staatstheater Karlsruhe in die Leitung des Kölner Theaters im Bauturm und gründete 1986 das Severins-Burg-Theater, das in der Kölner Südstadt eine eigene Spielstätte fand. Bis 2012 erarbeitete er über 50 Inszenierungen, war zudem Dozent an der Schule des Theaters Der Keller/Köln und an der Schule für Bewegung, Schauspiel und Tanz/Köln-Poll. Die FAUST-Production wurde 2013 in Berlin von Burkhard Schmiester gegründet und stellte noch im selben Jahr „Othello“,ebenfalls im Gretchen, vor. Außerdem begründete er die Offene-Bühnen-Show „Kunst gegen Bares“.

Ganz nebenbei sei noch ein nicht unwichtiger Fakt zu erwähnen: es gibt Bratwurst!

Es gibt 10 Veranstaltungstermine, die Details und Tickets hierzu findet ihr hier und da

16.8..-31.8., Hof-Theater: PENTHESILEA, MEDEA und der Mann in der Badewanne, Gretchen, 19.30Uhr

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