Haftbefehl…weil chabos immer noch wissen,wer der babo is

Im Titel steht es schon. Es dürfte bisher wohl auch sein größter Hit gewesen sein. Zudem gibt es wohl einen direkten Zusammenhang zwischen seiner Single und der Tatsache, dass das Wort „babo“ Jugend(-un-)wort des Jahres 2013 wurde. Sein 1.Album „Azzlack Stereotyp“ war der Samen, „Kanackis“ (sein 2.Album) der Keim, „Blockplatin“, die Blüte, komplettierte die Erfolgstrilogie in einem Doppelalbum. U.a. durch die bereits angedeutete Single ging das Album weg, wie Rosen am Valentinstag. Kein Zufall, dass er im Anschluss einen Deal mit Universal Music schloß. Doch nun kam Haftbefehls 4. Album „Russisch Roulette“…und der ganze Busch brennt!

Das erste Mal, als ich Haftbefehl hörte, handelte es sich um ein Aggro TV Video. Ewig her. Damals war der gebürtige Offenbacher noch bei „Echte Musik“, dem Label von Jonesmann, gesignt. Prinzipiell finde ich die deutsche Raplandschaft bis auf wenige Ausnahmen eher minderwertig und anstrengend. Viele gute Beats, noch mehr schlechtes Rumgerappe. Haftbefehl stellte sich schon in diesem Video auf ein Podest, insofern er zwar offensichtlich Gangster-Rap auf Deutsch macht, jedoch kein McFit und Anabolika-Abo besitzt und tatsächlich das Wort „Schnittlauch“ in seine Lyrik einbrachte. Mit sowas kann man mich schon glücklich machen. Prollen kann jeder, prollen mit Humor eben nur die Wenigsten!

Setzt man sich weiter mit Haftbefehl als Person auseinander, merkt man dann doch: es gibt die eine oder andere stereotypische Lebenslaufcharakteristik: abgehauen aus Offenbach nach Istanbul wegen, ihr ahnt es bereits, einem offenen Haftbefehl. Ist schon praktisch, wenn der Grundstein für die Karriere durch etwas gelegt wurde, das sich auch vorzüglich als Pseudonym für eben Diese eignet. Von da weiter in die Niederlande, wo das mit dem Rappen anfing. Dann wieder nach Offenbach, Ausbildung anfangen, abbrechen, Wettbüro leiten, weiter Musik machen, Jonesmann treffen. Das ist die Kurzversion von dem, was sich ereignete, bevor er mit „Azzlack Stereotyp“ an das Licht der Öffentlichkeit trat. Nach der Schließung von Echte Musik gründete er sein Label „Azzlacks“ und signte seinen eigenen Mikrokosmos an Rappern (Celo & Abdi, Veysel, Capo).

Nach den bereits erwähnten Folgealben nun Russisch Roulette. Der Sound klingt schon anders. So ist das wohl, wenn man auf einmal Major ist, doch entgegen des schlechten Images, sind professionelle Produktionen nicht immer etwas schlechtes. Der Erfolg der ersten beiden Singles „Lass die Affen ausm Zoo“ und „ich rolle mit meim Besten“ spricht für sich. Das Album selbst wurde vom rap.de Chefredakteur sogar als bestes Rap- UND Gangstarap-Album 2014 gefeiert. Das Album sei im Ganzen schlüssiger, besser strukturiert und textlich versierter. Auch das spricht für sich.

Wie es sich passend zu einem neuen Album gehört, ist Haftbefehl auf Tour. Also, kauft euch ein Ticket und huldigt ihm, dem Babo….evtl lädt er euch ja Backstage auf ne Runde Russisch Roulette ein…muahahahahahaaaa

11.2., Haftbefehl, Astra, Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr

Ticktes und Infos findet ihr hier

(YB)