Ghostemane @ Columbia Theater

Seit ich vor ca einem Jahr den ersten Track hörte, dachte ich in regelmäßigen Abständen: Hoffentlich kommt der demnächst mal nach Berlin…ich will ihn unbedingt Live sehen! So here we go: Ghostemane!!!

Die düstere Atmosphäre, die übersteuerten Bässe, die abrupten Tempowechsel– Live dürfte das Ganze astrein funktionieren. Dazu kommen noch die hier und da eingestreuten Sequenzen, die mit Rap-Musik so garnichts zu tun haben, sich aber stimmig einfügen und die Energie der Tracks nur noch mehr steigern!

Bei den erwähnten Sequenzen handelt es sich um mehr oder minder ausgedehnte Gitarren- und Schlagzeug-Einlagen. Ein direkter Hinweis, aus welchem Genre Ghostemane ursprünglich stammt: PunkRock und DoomMetal.  Auch auf seinem neuesten Album N/O/I/S/E ist der Sound äußerst präsent. Das mag für eingefleischte HipHopper verstörend wirken, hat aber seinen Grund: erst nachdem er jahrelang von Bands wie Carcass, Mayhem, Atreyu, Beneath The Sky und As I Lay Dying beeinflußt wurde und auch selbst in mehreren Bands spielte, wurde er in die Südstaaten-Rap-Landschaft eingeführt…und infiziert.

Die Tracks von Bone-Thugs, Outkast und 3 6 Mafia zogen in derart in den Bann, dass er anfing, eigene Beats zu produzieren und Texte dazu zu schreiben. Ein eher ungewöhnlicher Werdegang! Lyrisch widerum blieb er eher seinem Ursprungs-Genre treu: statt üblichen Pussy-Money-Weed-Lyrics gibt es Tot,Drogen und Okkultismus als Themen. Speziell letzteres könnte neben seinen Metal-Wurzeln in seinem Astro-Physik-Studium begründet sein.

Nachdem er seinen einträglichen Job kündigte, nach LA zog und anfing mit Rappern wie den Suicide Boys und dem ebenfalls aus Florida stammenden Pouya zu kollaborieren, wurde seine größtenteils selbst produzierte Musik auch einem breiteren Publikum zugänglich. Speziell die Single 1000 Rounds mit Pouya gab ihm einen Schub nach vorn. Eben dieser kündigte im Mai an, derzeit an einem Mixtape mit Ghostemane zu arbeiten. Mittlerweile ist er ein fester Bestandteil der derzeitigen Trap-Landschaft, die, das nur am Rande, witzigerweise mehr weiße Rapper als die letzten 30 Jahre Raplandschaft enthält.

Nun ist Ghostemane auf Europa-Tournee und hat neben seinem einzigartigen Sound eine Live-Show im Gepäck, die wohl auch noch stark von seinen Metal-Ursprüngen geprägt sein dürfte. Also spitzt die Ellenbogen und zieht euch festes Schuhwerk an!

Das….wird…schweißtreibend!

26.1. Ghostemane, Columbia Theater, Einlass 19Uhr, Beginn 20Uhr

Alle Infos und Tickets findet ihr hier und da

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