Melt!Booking pres.: Denzel Curry @ Kesselhaus

Musiker haben den Vorteil, dass ihr Werk zunächst auch unabhängig von ihnen betrachtet werden kann. Und wie das mit der Musik manchmal so ist, hört man sie und mag sie. Dafür muss man auch keine Analysen betreiben, es ist ein Gefühl. Ein Gefühl, das mich bei Denzel Curry ereilte.

Das mochte damals daran liegen, dass sein vom Memphis Underground der frühen 90er Jahre inspirierter Sound mit extrem zusagt. Da man ja aber nicht immer in der Vergangenheit leben kann/will, freut es natürlich umso mehr, wenn alte Fahnen vom Nachwuchs neu gehisst werden! Mittlerweile darf man Denzel Curry aber nicht mehr unbedingt als Nachwuchs bezeichnen. Das er sich mittlerweile zu einem gestandenen Künstler mit eigenem Sound und innovativen Ideen gemausert hat, zeigt spätestens sein neustes Machwerk „Taboo“.

Doch fangen wir am Anfang an: Nach mehreren Mixtapes,  veröffentlichte der damalige High School Schüler 2012 seine erste Single “Dark & Violent”, mit der er erstmals eine relevante Publikumsgröße erreichte. Mit dem Nachfolger “Threatz” landete er aber schon bei MTV. Ich sags ja immer: Qualität kriegt Raum. Mangelnde zwar leider auch, und zwar auch noch viel öfter, aber damit beschäftigen wir uns hier einfach mal nicht!

Es ging also weiter: Vom Headliner Slot beim ersten Boiler Room Miami, über eine ausgiebige Tour Agenda bis hin zum Independent Release seines Debütalbums “Nostalgic 64” ein Jahr nach seiner ersten Single. Wohlgemerkt nahm er das Album auf, während er noch die Schule besuchte! Im März 2016 veröffentlichte der MC dann sein zweites Album “Imperial“, auf dem auch Features mit Rick Ross oder Joey Bada$$ zu finden sind. Qualität braucht Zeit. Wenn Zeit 3 Jahre heißt, dafür aber am Ende ein Album wie „Imperial“ steht, wird die Geduld enlohnt! Damit dürfte dann wohl ein weiterer Meilenstein in der bisher recht konsistenten Laufbahn nach oben markiert sein. Nun, widerum 2 Jahre später nun Taboo. Dazu gibts nun einiges zu sagen….

Das Album wurde zwischen dem 25.-27.07. in drei Akten released:Light,Grey,Dark. Jeder der 3 Teile wurde dabei symbolisch von einer Single repräsentiert –„Sumo“ für „Light“, „Clout Cobain“ für „Gray“ und „Percs“ für „Dark“.
Thematisch und Sound-Technisch ist Taboo wesentlich vielfältiger als die vorangegangenen Produktionen, so das man getrost behaupten kann: Das Album ist Denzel Currys wegweisendstes Release bis dato!

Diesen Release feierte er nun einer Tour und machte im Zuge dieser auch halt in Berlin. Wer bereits bei einer seiner Shows war, weiß: Man, hat der Typ eine Energie!!! Von der ersten Sekunde an: Abriss! Das Publikum freut sich, gröhlt, feiert, schwitzt und pogt derart, dass es nicht wundert,dass während und nach der Show viele auf der Suche nach ihren verlorenen Schuhen sind. Viele brauchten eine Weile diese wiederzufinden. Alle werden im Nachinein sagen, es habe sich gelohnt. Es hätte sich sogar gelohnt, hätte man im Winter Barfuss Heim gemusst!

4.12., Denzel Curry, Kesselhaus, 20Uhr

Alle Infos und Tickets erhaltet ihr hier und da

(YB)

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