Binkbeats *Live* @ Gretchen

Wenn vor unseren Augen bzw Ohren Musikstücke entstehen, zieht uns das in den Bann. Das kann man in Fußgängerzonen oder U-Bahnen oft genug beobachten. Mit steigender Qualität der Musik steigt die Faszination. Mit steigender Zahl der Instrumente steigt die Bewunderung. Wenn es danach geht, kann man im Gretchen einem Messias zusehen: Binkbeats!

Die sphärischen Klänge seiner Produktionen laden zum schwelgen, träumen und trippen ein. Ich muss ja gestehen, solche Abende würde ich (altersbedingt?!) gern bestuhlt genießen. Dasitzen, treiben lassen, dem Meister beim Baden in seinem Element zusehen….und staunen!

Mit seiner Serie „Beats Unraveled“ gelang es dem Holländer Binkbeats vor rund fünf Jahren, die internationale Producer-Szene mit musikalischem Fingerspitzengefühl zu überzeugen – produzierte der Multiinstrumentalist doch mehr als ambitionierte Hommagen an Beat-Spezialisten wie Madlib, Aphex Twin, Lapalux, Flying Lotus, J Dilla und anderen – live und vor laufender Kamera.

Von Covern kann hier keine Rede sein. Den Schwierigkeitsgrad erhöhte der Utrechter zusätzlich dadurch, dass er die Beats in Echtzeit aufdröselte und Stück für Stück zu seiner eigenen Version zusammensetzte. Nachdem er den von Madlib produzierten Erykah Badu-Song „The Healer“ auf angenehme Weise neu interpretierte, funktionierte er für seine Version von „Getting There“ (Flying Lotus) auch zunächst absurd wirkende Gegenstände wie eine Schreibmaschine oder eine Slinky-Spirale zum Instrument um. Alles für den Beat! Schaut euch doch bitte mal diese eindrucksvollen Videos an, falls ihr sie noch nicht kennen solltet – für Downtempo-Freunde ein ganz großer Ohrenschmaus.

Die Bandbreite seiner Instrumente reicht vom Vibraphon über Huzheng (Chinesische Harfe), Turntables, exotische Percussions bis hin zur eigenen Stimme. Rund 60.000 YouTube-Abonnenten später steht das Sound-Spielkind nun mit den eigenen Releases „Private Matter Previously Unavailable“ Teil 1-3 hinter seinen Musikmaschinen und einem schier unerschöpflichen Ideen-Fundus aus Synthie-Spektren, Field Recordings und Improvisationskünsten, die kinderleicht zwischen Trap-Bruchstücken, Boom-Bap-Sozialisation, EDM-Versätzen oder Ambient-Anleihen in seiner ganz eigenen Kategorie balancieren.

Bei seinen Live-Shows ist Binkbeats von bis zu 50 Instrumenten(!) umstellt, die er in unvergleichlicher Weise sampelt, justiert, loopt und arrangiert. Das Ganze wirkt so spielend, man könnte meinen, das könne jeder. Spoiler: Irrglaube!

Manege auf, kommt und staunt!

29.3., Binkbeats, Gretchen, Einlass 19.30Uhr, Beginn 20.30Uhr

Alle Infos und Tickets findet ihr hier und da

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