Beardyman…its all about the beard

Das Gretchen hat sich aus meiner Sicht schell als Lokation etabliert, wo speziell in Konzerttechnisch ein Programm geboten wird, das abseits des Üblichen und trotzdem auf hohem Niveau agiert. Am 12.11. erst war Retrogott mit Kutmasta Kurt, Motion Man, MC Bomber und am Ende spontan sogar Jeru the Damaja zu Gast. Speziell erstere kennt halt nicht jeder, die Bude war aber eben trotzdem voll und ne riesensause wars auch. Spricht fürs Gretchen. Und auch diesmal bewiesen sie ein gutes Händchen: von allen Beatboxern/-loopern, die ich kenne (zugegebenermaßen sind das jetzt nicht übermäßig viele), habe ich einen klaren Favoriten. Rico Loop, die regionale Größe Berlins find ich nicht so dolle. Den Australier Tom Thum finde ich besser, als den sehr viel bekannteren Dub FX. Ähnliche Skillz, aber mehr Humor. I Like. Meine persönliche Krone habe ich aber vor Jahren Beardyman aufgesetzt und bis heute hat es keiner geschafft, sie ihm zu entreißen. Er ist es: die perfekte Mischung aus Bescheidenheit, Rampensau, Entertainer, Musiker, Komiker.

Doch wer sich nicht nur auf mein Urteil verlassen möchte, der kann auch darauf bauen: der Brite Darren Foreman aka Beardyman ist zweifacher UK-Beatboxmeister und wurde besonders durch seine einzigartigen Live-Sets, u.a. auf etablierten Festivals wie Glastonbury, Sonar, Reading und Roskilde bekannt. Keine Band, nur 4 Korg Kaoss Pads (Loop- und Effektgeräte), Mund, Nase, Rachen waren und sind seine Werkzeuge. Es ist fraglich, ob er sich diesen Werdegang ausmalte, als er damit 2002 als Nebenjob begann. Spätestens nach seinem ersten Championtitel 2006 zeichnete es sich ab. Doch sein lang angekündigtes Debütalbum mit dem selbstironischen Titel „I Done A Album“  hat es dann endgültig besiegelt.

Als ich ihn das erste Mal Live sah, war das auch im Gretchen. Damals schlich sich in meinem Kopf der Vergleich mit einem Affen auf Acid mit dem technischen Know-How  zum Bedienen einer Loopmaschine und ein paar Synthis ein. Das Affenartige resultiert aber eher aus seinen Körper- und Gesichtsakrobatiken während der Show. Musikalisch ist der man ein Genie- die Bandbreite irgendwo zwischen HipHop, Volksmusik, Sakralem, Funk, Dub und Drum´n´Bass. Die Brücke muss man erstmal im bauen. Und das auch noch live vor den kritischen Augen und Ohren des Publikums.

Den letzten Auftritt habe ich noch in äußerst lebhafter Erinnerung. Mein Optimismus, dass er mich und alle anderen im Raum nochmal so begeistert ist ungebrochen!

10.12., Beardyman, Gretchen

Alle Infos zu ihm, dem Konzert du Tickets kriegt ihr hier und wer ihn sich zu Gemüte führen will, der könnte mit diesem Video beginnen

 

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